Kommentar
Ablass für's Abgas?
Vor etwa einem Jahr erregte der Umweltminister die Gemüter, als er zum Verzicht auf Fernreisen mit dem Flugzeug aufrief. Immerhin ist der Flugverkehr der Bereich der Mobilität, in dem die Emissionen am rasantesten wachsen, auch wenn er immer noch weit hinter dem Autoverkehr rangiert. Wie jeder Aufruf zum Mäßigung blieb natürlich auch dieser wirkungslos – angesichts der verlockenden Angebote der Billigflieger völlig verständlich.
Nein, statt Verzicht gibt es heute modernere Mittel der Gewissensberuhigung. Der Ökofundi, der rasch nach Bali jetten muss und der dabei so viel CO2 in die Luft bläst wie ein Durchschnittsbürger in einem ganzen Jahr, spendet ein wenig Geld für ein Windkraftprojekt in Madagaskar – und presto: schon ist das schlechte Gewissen wie weggeblasen. Eine immer größere Zahl an Organisationen bieten mittlerweile solche Projektbeteiligungen an, mit unterschiedlichen Preisen und unterschiedlichen Ansprüchen an die Qualität der Projekte.
Den Menschen ist nach so einer Spende das gute Gewissen billig – und mir ist es Recht. Was mich ärgert, ist die Feigheit von PolitikerInnen, die auf fromme Appelle setzen, statt Entscheidungen zu treffen. Noch immer profitiert der Flugverkehr von Privilegien aus der Zeit seiner Kindertage: keine Mineralölsteuer auf Kerosin, keine Mehrwertsteuer auf Tickets. Und die Verteidiger dieser Vorteile werden nicht rot, wenn sie die Beibehaltung dieser Begünstigungen begehren, da sonst die zweistelligen Zuwachsraten im Flugverkehr einknicken könnten. Der Ablasshandel hingegen ist ihnen willkommen – er gefährdet das Geschäft nicht.
Nein, statt Verzicht gibt es heute modernere Mittel der Gewissensberuhigung. Der Ökofundi, der rasch nach Bali jetten muss und der dabei so viel CO2 in die Luft bläst wie ein Durchschnittsbürger in einem ganzen Jahr, spendet ein wenig Geld für ein Windkraftprojekt in Madagaskar – und presto: schon ist das schlechte Gewissen wie weggeblasen. Eine immer größere Zahl an Organisationen bieten mittlerweile solche Projektbeteiligungen an, mit unterschiedlichen Preisen und unterschiedlichen Ansprüchen an die Qualität der Projekte.
Den Menschen ist nach so einer Spende das gute Gewissen billig – und mir ist es Recht. Was mich ärgert, ist die Feigheit von PolitikerInnen, die auf fromme Appelle setzen, statt Entscheidungen zu treffen. Noch immer profitiert der Flugverkehr von Privilegien aus der Zeit seiner Kindertage: keine Mineralölsteuer auf Kerosin, keine Mehrwertsteuer auf Tickets. Und die Verteidiger dieser Vorteile werden nicht rot, wenn sie die Beibehaltung dieser Begünstigungen begehren, da sonst die zweistelligen Zuwachsraten im Flugverkehr einknicken könnten. Der Ablasshandel hingegen ist ihnen willkommen – er gefährdet das Geschäft nicht.





