Kommentar
Lizenz zum Schnaufen
Ein Männlein steht im Walde" – und verlangt eine Pilzlizenz. So im Kärntner Lavanttal und den umliegenden Wäldern. Seit Juli dieses Jahres wird dort für das Schwammerlklauben von einigen "Großwaldbesitzern", allen voran Dominik Habsburg-Lothringen, eine Pilzlizenz verlangt. Ursprünglich verlangten die Waldbesitzer für diese Lizenz eine Gebühr von 45 Euro jährlich. Nach kräftigem Rauschen im Blätterwald, unzähligen Leserbriefen und Interventionen von Landespolitikern, sahen die "Großwaldbesitzer" jedoch gnädig von der Einhebung der Gebühr ab – der Lizenzzwang bleibt.
Auf den ersten Blick eine eher erheiternde Geschichte. Doch bei näherer Betrachtung wird klar, was auf dem Spiel steht. Die Kleinen, Besitzlosen, sollen gnadenlos für alles, aber auch wirklich alles, bezahlen und seien es auch nur Pilze, die noch dazu ohne irgendein Zutun gedeihen. "Adelige Großwaldbesitzer" machen sich für eine Pilz-Lizenzgebühr stark, man trifft sich in feiner Gesellschaft in Gottes gar nicht so freier Natur zur Jagd, man ist unter sich. Dem "gemeinen Volk" gönnt man nicht einmal ein Schwammerlgulasch.
Doch der eigentliche Dorn im Auge der Großwaldbesitzer dürfte der freie Zugang zum Wald sein. In einer Demokratie stellt sich hierbei die Frage nach dem Verständnis des Eigentumsrechts. Ist es rechtens, dass das Volk von der Inanspruchnahme der freien Natur ausgeschlossen werden kann bzw. dafür bezahlen muss? Wehret den Anfängen, kann man sich nur wünschen. Sonst laufen wir Gefahr, dass Wander-, Spazier-, Lauf- oder gar Schnauflizenzen wie die Schwammerln aus dem Boden schießen.
Auf den ersten Blick eine eher erheiternde Geschichte. Doch bei näherer Betrachtung wird klar, was auf dem Spiel steht. Die Kleinen, Besitzlosen, sollen gnadenlos für alles, aber auch wirklich alles, bezahlen und seien es auch nur Pilze, die noch dazu ohne irgendein Zutun gedeihen. "Adelige Großwaldbesitzer" machen sich für eine Pilz-Lizenzgebühr stark, man trifft sich in feiner Gesellschaft in Gottes gar nicht so freier Natur zur Jagd, man ist unter sich. Dem "gemeinen Volk" gönnt man nicht einmal ein Schwammerlgulasch.
Doch der eigentliche Dorn im Auge der Großwaldbesitzer dürfte der freie Zugang zum Wald sein. In einer Demokratie stellt sich hierbei die Frage nach dem Verständnis des Eigentumsrechts. Ist es rechtens, dass das Volk von der Inanspruchnahme der freien Natur ausgeschlossen werden kann bzw. dafür bezahlen muss? Wehret den Anfängen, kann man sich nur wünschen. Sonst laufen wir Gefahr, dass Wander-, Spazier-, Lauf- oder gar Schnauflizenzen wie die Schwammerln aus dem Boden schießen.








