Cover Ausgabe 01 | 2009   eMail   Impressum
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Nano

Was können die Zwerge dafür, dass sie auf griechisch "nano" heißen? Freilich, klein sind sie und in manchen Geschichten fleißig, gutmütig, nicht selten auch dunkle und düstere Gesellen, Gnome. Gegenüber Nanoteilchen sind unsere Zwerge noch Riesen. Und unsere Vorstellungskraft hat sich noch lange nicht an die Nanotechnologie gewöhnt. Hier eine erste Annäherung an die "Zwergenwelt".

SchwerpunktMikrowelten ganz groß

iPod, Tennisschläger, Sportwäsche, Wimperntusche, Sonnencreme, Versiegelungen – bei immer mehr Produkten treffen wir auf das griechische Wort für Zwerg: "Nano". Es soll auf Produktverbesserungen oder auf neue technologische Möglichkeiten hinweisen: die gezielte Nutzung und Manipulation von Teilchen mit Größen von unter 100 Nanometer. In zahlreichen Industriezweigen werden Nanotechnologien bereits eingesetzt. Die anwendungsorientierte Forschung in diesen Bereichen wird von der öffentlichen Hand und der Industrie stark gefördert. Die Begleitforschung, zu der auch die Risikoforschung zählt, erhält mit weniger als fünf Prozent der Gelder weit weniger Unterstützung.

SchwerpunktDie mit dem Nano arbeiten

Nanotechnologien stellen aus bekannten Stoffen Materialien mit ganz anderen Eigenschaften her: Etwa Nanoröhrchen, die hundert Mal fester, aber viel leichter als Stahl sind oder fußballförmige Fulleren-Moleküle, die Wirkstoffe einlagern und auf Wunsch überall hin in den menschlichen Körper transportieren können. Groß sind die Erwartungen, die in Entwicklung und Einsatz von synthetischen Nanomaterialien gesetzt werden. Neue Technologien bergen aber immer auch neue Gefahren, und die sind derzeit genau so wenig fassbar wie die winzigen Nanoteilchen. Die Nano-Arbeitsplätze veranschaulichen dies drastisch.

SchwerpunktZwerg im Spannungsfeld

Mit Nanotechnologie und Nanomaterialien werden einerseits Hoffnungen auf technologische Fortschritte und Verbesserungen von Konsumprodukten verknüpft, andererseits herrscht ein gewisses Unbehagen, was die Gefahren anbelangt, die von Nanoprodukten ausgehen können. Wie können politische EntscheidungsträgerInnen auf dieses Spannungsfeld reagieren? Wie entstehen überhaupt gesellschaftliche Haltungen zu derartigen Fragen? Welche Rolle spielt dabei die immer wieder beschworene "ausgewogene Information" der Öffentlichkeit?

SchwerpunktInterview

Nanomaterialien werden in vielen Prozessen und Produkten eingesetzt, doch über die Risiken ist noch wenig bekannt. Wie kann hier Abhilfe geschaffen werden, welche Informationen brauchen die Betroffenen? Darüber sprach Christoph Streissler mit Prof. Dr. Harald F. Krug von der Schweizer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA.