Cover Ausgabe 03 | 2009   eMail   Impressum

Herbstpflanz

Sträucher und Bäume sind wichtige Gestaltungselemente. Die grünen Begleiter strukturieren den Garten. Sie wirken als Begrenzung oder Sichtschutz, schaffen geschützte Plätze und Räume und sind das Grundgerüst jedes Gartens. Ihr Laub verdeckt und versteckt Müllplätze und kahle Mauern. Zusätzlich erzeugen Gehölze ein angenehmes Mikroklima in der grünen Wellness-Oase. Der Herbst ist die ideale Zeit für die Gestaltung des Gartens mit Gehölzen. Bevor Sie zum Spaten greifen, ist die Auswahl der passenden Pflanze für den gewünschten Standort notwendig.
Von Gerda Hüfing
Die richtige Pflanzenart am idealen Standort garantiert gutes Gedeihen, faszinierende Natur-Beobachtungen und gutes Einverständnis mit den NachbarInnen. Wählen Sie bereits vor dem Kauf den Standort in Ihrem Garten aus und berücksichtigen Sie bei der Wahl der Pflanzenart die Licht- und Bodenverhältnisse. Auch Wuchshöhe und Kronengröße der Gehölze, sowie die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen sollten in die Entscheidung einbezogen werden. Mit der Wahl einheimischer Bäume und Sträucher wird die heimische Tierwelt unterstützt und die Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht im Garten gefördert.
Gehölze werden entweder wurzelnackt, d.h. ohne Topf und Erde, mit Wurzelballen oder im Container (Blumentopf) angeboten. Dabei ist es von Vorteil, Pflanzen aus der regionalen Baumschule, wenn möglich in Bio-Qualität, zu kaufen. Diese Pflanzen sind an das Klima und die Bodenverhältnisse vor Ort angepasst. Achten Sie auf gesunde Pflanzen mit verletzungsfreier Rinde.
Für lockere Hecken reicht ein Meter Pflanzabstand zwischen den Gehölzen. Wenn genug Platz vorhanden ist, besteht auch die Möglichkeit, die Sträucher versetzt in zwei Reihen zu setzen. So wächst die Hecke locker und ist trotzdem blickdicht. Wer einen sehr starken Sichtschutz erreichen möchte, pflanzt eine dichte Formschnitthecke im Abstand von 30 bis 50 cm. Dafür eignen sich besonders Hainbuche, Feldahorn, Weißdorn oder Liguster.
Für Bäume ist ein Abstand von mindestens fünf Metern nötig. Bäume die besonders groß werden, wie z. B. Ahorn, Buche oder Nuss, benötigen noch größere Abstände. Bei zu dichtem Bestand können die Bäume ihre eigentliche Kronenform nicht entwickeln. Wichtig ist es, die Kronengröße und Wuchshöhe zu berücksichtigen, die der Baum erreicht, wenn er ausgewachsen ist.
Ausreichender Abstand zu Gebäuden, Mauern und Zäunen lohnt sich. Bei Sträuchern beträgt dieser ein bis zwei Meter, bei Bäumen je nach zukünftiger Kronengröße drei bis sechs Meter. Genügend Abstand ermöglicht kräftiges Wachstum, symmetrische Kronenformen und verhindert das Absterben der Pflanzen durch Lichtmangel sowie Fassadenschäden durch Äste und Ärger mit den NachbarInnen.

PFLANZUNG
Die Pflanzgrube sollte mindestens doppelt so groß sein wie die Wurzelmasse oder der Wurzelballen des Gehölzes. Durch das großzügige Auflockern des Erdreichs in der Grube und an deren Rand stoßen die Wurzeln auf wenig Widerstand und können sich gut entwickeln. Sand, Humus oder reifer Kompost verbessern das Aushubmaterial, mit dem die Grube wieder gefüllt wird. Dies sichert eine gute Nährstoffversorgung in der Anwuchsphase.
Beschädigte oder verletzte Wurzeln werden mit scharfem Werkzeug abgeschnitten und zu lange Wurzeln um ca. ein Drittel eingekürzt. Pflanzen mit Wurzelballen sind mit einem Drahtgitter gegen Verbiss und mit einem Gewebe dagegen geschützt, dass die Erde ausrinnt oder austrocknet. Lassen Sie beides am Ballen, das Material zersetzt sich bald. Das Aufschneiden von Gitter und Gewebe im Bereich des Wurzelhalses, also am Übergang zwischen Stamm und Wurzelansatz, verhindert Einschnürungen an der Rinde.
Bei Containerpflanzen müssen der Blumentopf entfernt und die Wurzeln etwas auseinander gezogen werden, um den Wurzelballen aufzurauen. Das fördert die Wurzelentwicklung. Wurzelnackte Pflanzen sollten vor dem Auspflanzen ein bis zwei Stunden in einem Kübel mit Wasser stehen.
Die Pflanztiefe entspricht jener in der Baumschule. Sie ist an der bräunlichen Verfärbung am Wurzelhals erkennbar. Das Einfüllen der Erde in die Pflanzgrube erfolgt unter leichtem Rütteln der Pflanze, um vor allem bei wurzelnackter Ware Hohlräume zu vermeiden. Richten Sie die Pflanzen gerade. Anschließend die Erde leicht (!) mit dem Fuß andrücken. Ein ca. zehn Zentimeter hoher Erdwall um den Rand der Pflanzgrube hilft bei der optimalen Bewässerung. Regen- und Gießwasser können sich hier gut sammeln und sickern genau in den Wurzelballen. Nach dem Setzen ist es wichtig, die Pflanzen gut mit Wasser einzuschlämmen.
Bei Bäumen und großen Sträuchern ist auf Grund der Windbelastung eine Stützung erforderlich. Sie fördert das gerade Wachstum und verhindert ein Abreißen der Feinwurzeln. Die Pflockung wird in die ausgehobene Grube eingeschlagen. Stamm und Wurzeln dürfen dabei nicht verletzt werden. Es sollte mindestens ein Pfosten auf der Seite der Hauptwindrichtung aufgestellt werden. Die Stützung mit zwei Pflöcken ist jedoch stabiler. Verrottbare Bindematerialen können über den Kompost entsorgt werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

GRÜNE WELLNESS-OASE
Bäume und Sträucher sowie Kletterpflanzen erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen. Ein vitaler Gehölzerbestand verbessert die Lebensbedingungen für Mensch und Tier. Der Blick auf Grün wirkt beruhigend und vermindert Stressbelastungen. Pflanzen verbessern das Mikroklima, erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und Kreativität und steigern das Wohlbefinden. Das Laub bindet den Staub, reduziert Lärmbelastung und ist ein wichtiger Schattenspender im Sommer. Gehölze sind langjährige Begleiter im Garten. Nehmen Sie sich bewusst Zeit bei der Auswahl der Pflanzen und des Standortes, dann wird auch Ihr Garten zur grünen Wellness-Oase.
DI Gerda Hüfing ist Landschaftsökologin und Gartenexpertin bei "die umweltberatung" Wien.
Kontroverse

Diskussion