Cover Ausgabe 04 | 2009   eMail   Impressum

Holland

Steuerreform für Autos

Um das Klima zu schützen und Staus zu verringern, reformieren die Niederlande radikal ihr Sys?tem der Verkehrsbesteuerung.
cs
Autobesitzer sollen ab 2012 im Schnitt drei Cent pro gefahrenem Kilometer bezahlen. Die Gebühr wird bis 2018 auf 6,7 Cents erhöht. Der Steuersatz ist nach Fahrzeugleistung differenziert, bestimmte Fahrzeuge sind ausgenommen. Im Gegenzug entfällt die bislang erhobene – nicht fahrleistungsabhängige – Kraftfahrzeugsteuer. Für die Gebührenberechnung müssen alle holländischen Autos mit GPS-Systemen ausgestattet werden. Die Kosten für den Einbau übernimmt der Staat. Die GPS-Geräte erfassen die gefahrenen Kilometer und senden die Informationen per Satellit an eine staatliche Zentralkasse, die das Geld von den Konten der Fahrzeughalter einzieht. Informationen über den Streckenverlauf sollen aus Datenschutzgründen nicht gespeichert werden.
Laut Regierung werden fast 60 Prozent der niederländischen Autofahrer weniger bezahlen müssen als beim alten KFZ-Steuersystem. Für 25 Prozent würden die Kosten in etwa gleich bleiben, 16 Prozent würden allerdings mehr Geld fürs Autofahren hinlegen müssen. Insgesamt soll das System aufkommensneutral sein. Nach Berechnungen der Regierung werde die Zahl der von niederländischen Autos zurückgelegten Straßenkilometer um 15 Prozent abnehmen, da mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad umsteigen würden. Zudem werde es pro Jahr sieben Prozent weniger Verkehrstote geben. Textende
Kontroverse

Klimaschutz - Sollen die MieterInnen dafür zahlen?

Klimaschutz und Energiesparen ist in aller Munde, die Dämmung von Gebäuden würde sehr viel dazu beitragen können. Geht es nach den WohnbauträgerInnen, sollen die Kosten nach einer thermischen Sanierung auf die MieterInnen abgewälzt werden. Sollen die MieterInnen für den Klimaschutz zahlen?