Cover Ausgabe 04 | 2009   eMail   Impressum

Auf einen Blick

EU & Europa und die ganze Welt

Die Abholzung riesiger Waldflächen schreitet immer noch rasant voran: Jedes Jahr fallen ihr netto 73.000 km2 Wald zum Opfer, etwas weniger als die Fläche Österreichs. Dies ist eine der großen Herausforderungen für den Klimaschutz, da Wälder große Mengen an Kohlendioxid binden, das durch die Abholzung in die Atmosphäre gelangt. Ein internationales Abkommen, das diesem Verlust Einhalt gebieten soll, steht nun knapp vor dem Abschluss (REDD – Reduced Emissions from Deforestation and Degradation). Zum einen spielt Geld eine Rolle: 15 bis 25 Milliarden Euro Unterstützung für die Entwicklungsländer mit großen Waldreserven sollen sicherstellen, dass die Abholzung um ein Viertel verringert wird. Zum anderen geht es darum, unter welchen Bedingungen Schutzmaßnahmen als Klimamaßnahmen anrechenbar sein sollen. In beiden Bereichen zeichnet sich jedoch eine baldige Einigung ab.

In Ergänzung des Klima- und Energiepakets der EU überlegt die Europäische Kommission eine Änderung der Energiesteuer-Richtlinie (2003/96/EG): Vorgeschlagen wird ein Mindeststeuersatz von 0,03 Euro pro kg CO2. Beispielsweise für Diesel würde dies eine Steuererhöhung um 0,073 Euro pro Liter bedeuten. Von der Steuer ausgenommen sind Anlagen, die am EU-Emissionshandel teilnehmen.

Erstmals soll es in der EU-Kommission ein eigenes Ressort für Klimafragen geben: Die Dänin Connie Hedegaard, bisher Umweltministerin der konservativen Regierung in Dänemark, ist als Klima-Kommissarin nominiert worden.

Der kürzlich erschienene "World Energy Outlook 2009" der Internationalen Energieagentur widmet sich neben den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Energieverbrauch auch der Frage, wie der globale Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius beschränkt werden kann. Er spricht von der Notwendigkeit radikaler und koordinierter politischer Maßnahmen in allen Regionen und entwickelt ein Szenario, in dem die globalen Kohlendioxidemissionen 2020 einen Maximalwert erreichen und danach sinken. Damit soll eine Stabilisierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 450 ppm erreicht werden.

China strebt bis 2020 eine Verringerung seiner CO2-Emissionen um 40 bis 45 Prozent an, freilich bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt. Bei den derzeitigen Wachstumsraten in China bedeutet dies immer noch ein Wachstum der Emissionen um über 40 Prozent. Damit wird China 2020 von
allen Staaten der Welt mit Abstand die höchste Menge an Treibhausgasen ausstoßen. Beim CO2-Ausstoß pro Kopf liegen allerdings die USA an der Spitze.
Textende
Kontroverse

Klimaschutz - Sollen die MieterInnen dafür zahlen?

Klimaschutz und Energiesparen ist in aller Munde, die Dämmung von Gebäuden würde sehr viel dazu beitragen können. Geht es nach den WohnbauträgerInnen, sollen die Kosten nach einer thermischen Sanierung auf die MieterInnen abgewälzt werden. Sollen die MieterInnen für den Klimaschutz zahlen?